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ÖTB Länder Turnfest
Neulengbach ’26

16. – 19. Juli 2026

Neulengbach liegt im Bezirk St. Pölten Land, im Mostviertel, in Niederösterreich und rund 36 km westlich von Wien entfernt. Malerisch um den Schlossberg gruppiert, an der Einmündung des Anzbaches in die Große Tulln, liegt diese Perle des Wienerwaldes.

Die Stadtgemeinde Neulengbach besteht aus 15 Katastralgemeinden (Neulengbach, Großweinberg, Tausendblum, Haag, Unterwolfsbach, Raipoltenbach, Inprugg, Markersdorf, Emmersdorf, Almersberg, Umsee, Wolfersdorf, Pettenau, Ollersbach, St. Christophen).

(Katastralgemeinde kommt von dem Wort Kataster. Kaiser Franz I. führte zu Beginn des 19. Jahrhundert eine erste konsistente Landesvermessung durch. Durch diese Vermessung wurden die Steuerabgaben, der Gemeinden, bemessen.)

Die Gesamtfläche der Stadtgemeinde inklusive aller Katastralen beträgt 51,63 km². Im Jahr 2000 wurde Neulengbach das Stadtrecht verliehen und zählt heute 8.675 Einwohner (Stand Jänner 2025). Seit 2021 ist Jürgen Rummel Bürgermeister von Neulengbach und Monika Scholz seit 2025 Vizebürgermeisterin.

Die Geschichte Neulengbachs lässt sich weit zurückverfolgen:

Die Herren von Lengenbach ließen im 12. Jahrhundert als Zeichen ihrer Herrschaft die Burg Neulengbach errichten, als sie ihren Sitz von Altlengbach hierher verlegt haben. Sie zählten zu den mächtigsten Adelsgeschlechtern Österreichs und besaßen 20 Burgen, außerdem führten sie die Farben blau-gelb in ihrem Wappen, die heute die niederösterreichischen Landesfarben darstellen.

Die Burg wurde auf einem kahlen und schmalen Felsrücken aus Buchbergkonglomerat, als Längsburg errichtet. Südwestturm, Palas und Nordwestturm waren durch eine Ringmauer verbunden. Der bestehende Bau wurde in spätromanischer Zeit zwischen 1240 und 1260 aus Sandstein errichtet und in der Frühgotik ausgebaut. Erst durch Aufschüttung an der Ostseite und durch die Errichtung von Kasematten (= unterirdisches Gewölbe) entstanden die Voraussetzungen für den fünfeckigen Schlossbau der Renaissance und für den idyllischen Innenhof.

Im Juli 1683 kamen die türkischen Truppen immer näher. Die Bevölkerung von Neulengbach drängte in das Schloss, nur zwei Mönche blieben im Kloster. Die Gräfin, Sidonia Palffy lud Bürger und Vieh auf die Burg ein um durch kriegerischen Lärm, der eine starke Besatzung vorzutäuschen hatte, die Angreifer abzuwehren. Dies bewog die Türken zum Abzug, ohne einen Sturm auf das Schloss zu machen. Die tapfere Haltung der Gräfin, Sidonia Palffy, wurde zu ihren Lebzeiten hochgepriesen. Auch die Gemeinde Neulengbach würdigte die mutige Tat mit einem Sgraffito von Rudolf Pleban auf der Schauseite des alten Rathauses.

In der Folgezeit wechselten die Besitzverhältnisse der Herrschaft Neulengbach immer wieder. Zur Zeit der Liechtensteiner wurden während des ersten Weltkrieges im Schloss russische Offiziere gefangen gehalten. 1938 beschlagnahmte die deutsche Wehrmacht das Schloss, ein Kriegslazarett wurde eingerichtet. 1945 wurde das Schloss Neulengbach infolge schweren Artilleriebeschusses schwer beschädigt. Zur Sanierung des Bauwerkes kam es allerdings erst, nachdem der Grazer Kaufmann Martin Wakonig das Schloss Neulengbach 1962 gekauft hatte.

Um die Burg herum entwickelte sich der Markt Neulengbach, dem 1535 nach Verschwinden der ursprünglichen Urkunde neuerlich das Marktrecht verliehen wurde. Vor der Gründung des Marktes um 1192 gab es schon eine ältere, gewachsene Marktsiedlung. Sie wurde später Altenmarkt (Alter Markt) genannt und lag zwischen einer Furt der Großen Tulln und der heutigen Eisenbahnhaltestelle „Neulengbach Stadt“ (früher „Neulengbach Markt“ genannt). Es ist anzunehmen, dass Altenmarkt bereits vor dem Jahr 1000 n.Chr. bestand und bereits eine Kirche besaß. Der Ort Altenmarkt war durch Überschwemmungen des Tullnflusses häufig gefährdet. Dies führte um 1190 zur planmäßigen Gründung des hochgelegenen Marktes. In Altenmarkt verblieben die Badstube und die Mühlen am Werkbach des Flusses. Der Ortsname „Markt Neulengbach“ zeigt uns die Siedlung als grundherrliche Gründung der Hochfreien von Lengenbach.

Der Markt dürfte schon im Mittelalter Wappen und Siegel erhalten haben. Das Wappen zeigt ein weißes Lamm auf rotem Feld. Die Inschrift des Siegelstempel lautet: „Sigil des Marck Nevenn Lempach 1536“. Im geschnörkelten Schild befindet sich ein rechts gehendes Lamm. Die spätmittelalterliche Namensform Lempbach brachte den Ortsnamen mit dem Lamm in Verbindung, so kam (vermutlich) das Lamm in den Wappenschild.

Es gab bald nach der Gründung des Marktes Neulengbach eine Badstube. In Großweinberg 1, in jenem Haus, das dem Schlossberg am nächsten liegt, befand sich mindestens seit 1555 eine Badstube. Das Wasser für die Badstube wurde aus einer Quelle oberhalb des Hauses am Rande eines Weingartens entnommen. Um die Mitte des 18. Jahrhunderts wurde der Hof mehrmals als Badhaus bezeichnet. Erhalten ist bis heute der Kapellenbildstock, der über der Quelle von Chirurg Peter Wenger am 1. Juni 1754 errichtet wurde.

Maria Khuen gilt als Gründerin bzw. Förderin des Franziskanerkloster in Neulengbach. Eusebius von Khuen ließ in Neulengbach ein Gerichtsgebäude errichten und bestimmte noch vor seinem Tod (in seinem Testament) die Stiftungssumme von 30.000 Gulden für ein Franziskanerkloster in Neulengbach, das dann 1623 von seiner Frau Maria gegründet wurde.

Der Grundstein des Klosterbaues wurde 1623 gelegt. Die Mönche fanden vorerst im Schloss Unterkunft. Am 25. November 1627 wurde die neue Klosterkirche geweiht. Am 20. März 1779 brach um acht Uhr früh durch den Küchenrauchfang des Franziskanerklosters ein Brand aus, der innerhalb von zwei Stunden Kloster und Kirche einäscherte. Am 10. Oktober 1786 brachten kaiserliche Kommissare die Botschaft über die Auflösung des Franziskanerklosters. Die ehemalige Kirche des Franziskanerklosters wurde aber zu unserer heutigen Pfarrkirche „Zur Allerheiligsten Dreifaltigkeit“ 1789 geweiht. An die Kirche schließt im Westen ein Teil des ehemaligen Franziskanerkloster an, welches seit 1784 als Pfarrhof verwendet wird.

Quellen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Katastralgemeinde
http://www.neulengbach.gv.at/system/web/default.aspx
Neulengbacher Heimatbuch von Rudolf Büttner – Peter Müller
https://www.neulengbach.gv.at/Neulengbach_-_das_Fenster_zum_Wienerwald#:~:text=Neulengbach%20liegt%20im%20Bezirk%20St,rund%208300%20Einwohner%20(2018)
https://www.gedaechtnisdeslandes.at/orte/ort/neulengbach/